Familiäre Wohngemeinschaft

Das Leben in Sucht und Abhängigkeit bringt in der Regel einen enormen Verlust von Kontrolle und Struktur mit sich. Die Folgen davon sind verheerend: Beziehungen gehen in die Brüche, Verpflichtungen werden nicht eingehalten. Einfach ausgedrückt: Du kommst nicht mehr klar und siehst auch keinen Ausweg mehr.

Genau an dieser Stelle wollen wir mit unseren familiären Wohngemeinschaften ansetzen. Auf der Grundlage eines christlichen Weltbildes wollen wir den einzelnen Menschen als ein ganzheitliches Wesen ansehen. Er soll in den Lebensbereichen Familie, Arbeiten und Freizeitgestaltung Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein lernen. Unser Konzept lautet somit: Wir wollen das ganz normale Leben leben lernen. Therapeutische Gespräche kommen auf diese Weise immer wieder im Alltag vor. So wie in einer Familie an Ort und Stelle über Probleme gesprochen wird, wollen wir es im Tagesablauf der Gefährdetenhilfe auch machen. Da die Mitarbeiter rund um die Uhr mit den Bewohnern der Gefährdetenhilfe zusammenleben, ist es jederzeit möglich, auf Fragen, Konflikte o.ä. zu reagieren.

Familiär sind die Wohngemeinschaften, weil hinter jeder WG eine Familie steht, die selber in dieser WG zu Hause ist. Das komplette Leben wird gemeinsam geführt. Natürlich kann so eine WG das Zuhause nicht ersetzen. Wir wollen aber eine Atmosphäre schaffen, in der man sich wohlfühlt und sich gerne aufhält. Nur in einer Umgebung von Vertrauen und Sicherheit kann den vielschichtigen Problemen begegnet werden, die durch Sucht und Kriminalität entstanden sind. Mehr Informationen zu unserer Konzeption findest Du hier.

Ein typischer Tag bei uns sieht wie folgt aus (zwischen den Wohngemeinschaften können kleine Unterschiede bestehen):

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Montag-Freitag

  • 06:00 Frühstück
  • 06:30 Hausdienste
  • 07.00 Zeit zur Stille oder Andacht
  • 08:00 Beginn Arbeitstrainigsprogramm
  • 10:00 Frühstückpause
  • 10:20 Arbeitstrainingsprogramm
  • 13:00 Mittagspause
  • 13:40 Arbeitstrainingsprogramm
  • 17:00 Freizeit, Hausdienste
  • 18:30 Abendessen
  • 19:30 gemeinsame Freizeitgestaltung (bspw. Sport, Themenabende, gemeindliche Aktivitäten, Lernabend)

Samstag

  • 08:30 Frühstück
  • 09:30 Zeit zur Stille oder Andacht
  • 10:30 Hausdienste, Aufräumarbeiten
  • 13:00 Mittagessen
  • 14:00 freie Zeit, gemeinsame Freizeitgestaltung
  • 18:30 Abendessen
  • 19:30 freie Zeit, gemeinsame Freizeitgestaltung

Sonntag

  • 08:30 Frühstück
  • 10:00 Gottesdienstbesuch
  • 13:00 Mittagessen
  • 14:00 freie Zeit, gemeinsame Freizeitgestaltung
  • 18:30 Abendessen
  • 19:30 freie Zeit, gemeinsame Freizeitgestaltung

Bestandteile der Wohngemeinschaft

  • geistliche Grundlage

Eng verbunden mit dem Konzept der familiären Wohngemeinschaft ist die Vorstellung eines christlichen Lebenskonzepts. Dem biblischen Menschenbild folgend sehen wir jede Person als von Gott geschaffenes und somit wertvolles Individuum an. Aus dieser Perspektive können die Grundfragen des Menschen nach dem „Wozu?“, „Woher?“ und „Wohin?“ beantwortet werden. Aus der Vergebung und Liebe Gottes heraus kann so ein Neustart begonnen werden.

  • Seelsorge und Beratung

In seelsorgerlichen Gesprächen werden lebensgeschichtliche und situationsbedinge Zusammenhäge erarbeitet. Die hilfesuchende Person soll es erlernen, proaktiv mit Herausforderung umzugehen.

  • Arbeit, Ausbildung und Beruf

Das langfristige Ziel ist immer die berufliche Wiedereingliederung. Auf dem Weg zu diesem Ziel wird der Hilfesuchende in das Arbeitstrainingsprogramm eingebunden. In Zusammenarbeit mit dem JobCenter/Arbeitsamt wird an einer beruflichen Integration gearbeitet.

  • Freizeitgestaltung

Neben der Verantwortung für Familie und Arbeit, nimmt der Bereich der Freizeitgestaltung einen wichtigen Platz ein. Der Hilfesuchende soll es wieder erlernen, seine Freizeit sinnvoll und gemeinschaftsfördernd zu nutzen. Gemeinsame Aktionen werden somit Einzelaktionen vorgezogen.

  • Integration in Bezugsgruppen

Die Wohngemeinschaft nimmt an Angeboten der umliegenden christlichen Jugendarbeit teil. Hier soll die Möglichkeit gegeben werden, neue positive Kontakte zu knüpfen, die nach dem Auszug aus der Wohngemeinschaft soziale Sicherheit geben können.

  • Schuldnerberatung

Der Hilfesuchende soll den proaktiven Umgang mit seiner Vergangenheit lernen. Gemeinsam werden die Gläubiger kontaktiert und Pläne zur Rückführung der Verbindlichkeiten erarbeitet.

  • Begleitung bei Behördenkontakten und Strafverfahren

Mit dem Ziel der Selbstständigkeit wird der Hilfesuchende im Kontakt mit den Behörden unterstützt. Die Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der Vergangenheit wird dabei aktiv angegangen.

  • Auszug und Nachbetreuung

Durch den Aufbau eines neuen sozialen Umfeldes wird der Auszug vorbereitet. Das Angebot an Gesprächsgruppen oder Freizeitaktivitäten teilzunehmen, steht dem Hilfesuchenden auch nach dem Auszug zur Verfügung.

 

Kontaktdaten für die Aufnahme

Viktor Brakowski, Leiter und Gründer der Gefährdetenhilfe Bad Eilsen e.V.
Büro: 05722/81422
Mobil: 0177/7810771
Email: brakowski@gefaehrdetenhilfe.com